GLIEDERTAXE

Arm – Versteifung

Versteifungen der oberen Gliedmaßen in funktionsgünstiger Stellung: isolierte und kombinierte Funktionsdefizite mit Arm- oder Handbezug.

Versteifungswerte der oberen Gliedmaßen

Die Tabellen unterscheiden isolierte und kombinierte Versteifungen in funktionsgünstiger Stellung. Die erste Zeile jeder Tabelle bleibt frei sichtbar; weitere Werte sind nach Freischaltung zugänglich. Die Fußnoten stehen als eigene Zeilen am Ende der jeweiligen Tabelle. Quellen und Rechenbeispiele folgen unter den drei Karten.

Isolierte Versteifungen der oberen Gliedmaßen

Versteifung in funktionsgünstiger Stellung Invalidität
Schultergelenk 8/20 A
Ellenbogengelenk bei freier Unterarmdrehung 6/20 A
Unterarmdrehung aufgehoben in Auswärtsdrehung [3] 7/20 H
Unterarmdrehung aufgehoben in Neutral-0-Stellung [3] 6/20 H
Unterarmdrehung aufgehoben in Einwärtsdrehung [3; ergänzend 7] 5/20 H
Handgelenk 5/20 H
Daumensattel- und -grundgelenk 6/20 H [4]
Daumensattelgelenk 4/20 H [5]
Daumengrund- und -endgelenk 12/20 D [6]
Daumenendgelenk 6/20 D
Daumengrundgelenk 4/20 D
Langfingergrund-, -mittel- und -endgelenk 18/20 Fi
Langfingergrund- und -mittelgelenk 14/20 Fi
Langfingermittel- und -endgelenk 10/20 Fi
Langfingergrundgelenk 8/20 Fi
Langfingermittelgelenk 6/20 Fi
Langfingerendgelenk 4/20 Fi
[3] Die isolierte Aufhebung oder Einschränkung der Unterarmdrehung ist wegen der aus ihr folgenden Funktionsbeeinträchtigung der Handfunktion nach Handwert zu bemessen. Die Aufhebung der Unterarmdrehung tritt praktisch nie auf, wird regelhaft operativ korrigiert. Trotzdem werden Eckwerte benannt, um die z. T. extreme Funktionsbeeinträchtigung als Vergleichswert für andere Handfunktionsbeeinträchtigungen heranziehen zu können. Diesbezüglich wurde auch beim Vergleich mit der Erstpublikation eine deutliche Erhöhung der Eckwerte vorgenommen, da primär u. a. Ausgleichsbewegungen mit inkludiert waren.
[4] Invaliditätswert für Versteifung von Daumengrund- und Sattelgelenk im Vergleich zur Erstpublikation geändert, da die Funktionsstörung geringer ist als die Daumenamputation aber schlechter als Handgelenksversteifung.
[5] Wert wurde von ursprünglich 6 auf 4/20 reduziert, da die Versteifung des Handgelenks in funktionsgünstiger Stellung zu größeren Funktionsbeeinträchtigungen führt. Die Bemessung erfolgt nach Hand- und nicht Daumenwert, da globale Handfunktionen betroffen sind, die sich allein im Daumenwert nicht abbilden lassen.
[6] Hier kommt es bei subsumierender Betrachtung zu einer Potenzierung des Invaliditätswertes über die reine Addition hinaus, da grundlegende Greiffunktionen beeinträchtigt sind.
[7] Diese Funktionsbeeinträchtigung entspricht dem bei Versteifung des Handgelenks in funktionsgünstiger Stellung verbleibenden Funktionsdefizit. Ergänzende Fußnote aus Abb. 26.6, gedruckte Seite 450 / PDF-Seite 474.

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Kombinierte Versteifung nach Armwert

Ellenbogengelenk Handgelenk Unterarmdrehung aufgehoben in Invalidität
versteift frei Auswärtsdrehung 12/20 A
versteift frei Neutral-0-Stellung 8/20 A [8]
versteift frei Einwärtsdrehung 7/20 A
[8] Erhöhung des Wertes, da in der Erstpublikation Ausgleichsbewegungen eingerechnet wurden.

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Kombinierte Versteifung nach Handwert

Ellenbogengelenk Handgelenk Unterarmdrehung aufgehoben in Invalidität
frei versteift Auswärtsdrehung 11/20 H
frei versteift Neutral-0-Stellung 9/20 H [8]
frei versteift Einwärtsdrehung 8/20 H
[8] Erhöhung des Wertes, da in der Erstpublikation Ausgleichsbewegungen eingerechnet wurden.

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Wie lese ich die Angaben?

A steht für Armwert, H für Handwert, D für Daumenwert und Fi für Fingerwert. Der Buchstabe hinter dem Bruch bestimmt die Bezugsgröße.

Isoliert oder kombiniert?

Tabelle 26.7 behandelt isolierte Versteifungen. Die Tabellen 26.8 und 26.9 beschreiben Kombinationen mit aufgehobener Unterarmdrehung.

Was gehört zur Einordnung?

Die funktionsgünstige Stellung, die betroffene Funktion und die zugehörigen Fußnoten sind zusammen zu lesen. Ein Bruch allein ist noch kein Prozentwert.

Quelle und Einordnung

Original: Tabelle 26.7, Ärztliche Begutachtung, Kapitel 26.2 „Invaliditätsbemessung in der Privaten Unfallversicherung“, Stand 12/2025, gedruckte Seiten 447–448 / PDF-Seiten 471–472.

Original: Tabelle 26.8, gedruckte Seite 453 / PDF-Seite 477. Betroffene Funktion: Aufhebung der Unterarmdrehfähigkeit bei Ellenbogenversteifung in funktionsgünstiger Stellung und freiem Handgelenk. Bezugsgröße: A = Armwert.

Original: Tabelle 26.9, gedruckte Seite 453 / PDF-Seite 477. Betroffene Funktion: Aufhebung der Unterarmdrehfähigkeit bei Handgelenksversteifung in funktionsgünstiger Stellung und freiem Ellenbogengelenk. Bezugsgröße: H = Handwert.

Die zugehörigen Fußnoten stehen als eigene Zeilen am Ende der jeweiligen Tabelle und gehören zu deren Einordnung. Rechenbeispiele und weitere Erläuterungen finden Sie in den Fragen & Antworten.

Was bedeutet 3/20 bei der Invaliditätsbemessung?

Bei der Invaliditätsbemessung in der privaten Unfallversicherung werden Funktionsbeeinträchtigungen von Gliedmaßen innerhalb der Gliedertaxe häufig als Bruchteile der vollständigen Funktion angegeben. 3/20 entsprechen drei Zwanzigsteln des vereinbarten Gliedmaßenwerts. Ist ein Arm in den Versicherungsbedingungen beispielsweise mit 70 Prozent der Versicherungssumme bewertet, ergeben 3/20 Arm einen Invaliditätsgrad von 10,5 Prozent.

Mehr Details und Beispiele finden Sie in unserem Glossar.

ZUM GLOSSAR

Fragen & Antworten

Welche Bezugsgrößen werden verwendet?

Bezugsgrößen: A = Armwert, H = Handwert, D = Daumenwert, Fi = Fingerwert. Quelle: Abkürzungsverzeichnis, gedruckte Seite 445 / PDF-Seite 469. Die Bezeichnung „Langfinger“ bleibt entsprechend der Quelle erhalten.

Wie wird die isolierte Unterarmdrehung eingeordnet?

Bedeutung und Bezugswert: Die Bemessung folgt der betroffenen Funktion. Insbesondere wird die isoliert aufgehobene Unterarmdrehung nach Handwert bemessen; dazu gehört die Erläuterung [3] am Ende der ersten Tabelle.

Rechenbeispiel Handbezug: Bei einem vertraglichen Hand-Referenzwert von 55 % und einem Anteil von 7/20 lautet die Rechnung: 55 % × 7 ÷ 20 = 19,25 %. Betroffene Funktion: Handfunktion bei aufgehobener Unterarmdrehung. Der Referenzwert 55 % ist den im Buch wiedergegebenen AUB-Musterbedingungen (Deutschland, Stand 2020), gedruckte Seite 446 / PDF-Seite 470, entnommen. Maßgeblich bleibt der konkrete Versicherungsvertrag.

Wie wird die kombinierte Versteifung nach Armwert eingeordnet?

Rechenbeispiel zur freien Vorschau: Vertraglicher Arm-Referenzwert 70 % × 12/20 = 42 %. Rechenschritte: 70 % × 12 ÷ 20. Die 70 % sind der Arm-Verlustwert der im Buch wiedergegebenen AUB-Musterbedingungen (Deutschland, Stand 2020), gedruckte Seite 446. Der konkrete Vertrag kann abweichen.

Wie wird die kombinierte Versteifung nach Handwert eingeordnet?

Rechenbeispiel zur freien Vorschau: Vertraglicher Hand-Referenzwert 55 % × 11/20 = 30,25 %. Rechenschritte: 55 % × 11 ÷ 20. Quelle des Referenzwerts: im Buch wiedergegebene AUB-Musterbedingungen (Deutschland, Stand 2020), gedruckte Seite 446. Den Referenzwert anhand des konkreten Vertrags prüfen.

Wie unterscheiden sich Bruchteile und Prozentwerte?

Ein Bruch wie 8/20 beschreibt einen Anteil der angegebenen Bezugsgröße. Er ist für sich noch kein Invaliditätsgrad in Prozent. Reines Rechenbeispiel bei einem vertraglichen Referenzwert von 5 %: 5 % × 8/20 = 2 %. Die Zuordnung zur konkreten betroffenen Funktion muss fachlich begründet werden.

Wie kann ich die geschützten Inhalte ansehen?

Die erste Datenzeile jeder Tabelle ist frei sichtbar. Die weiteren Fachwerte und geschützten Erläuterungen werden nach entsprechender Freischaltung zugänglich. Über „Zum Zugang“ neben der Tabelle gelangen Sie zu den Zugangsangeboten.

NOCH ETWAS UNKLAR?

fragen@invaliditaet-online.de