Funktionsbeeinträchtigungen von Schulter und Ellenbogen
Die ersten beiden Tabellen verwenden den Armwert. Die dritte Tabelle behandelt die Schulter außerhalb der Gliedertaxe. Die erste Zeile jeder Fachwertetabelle ist frei sichtbar; weitere Fachwerte und konkrete Beispiele sind geschützt; Quellen und Einzelheiten folgen unter den drei Karten.
Funktionsbeeinträchtigungen im Schultergelenk [9]
| Funktionsbeeinträchtigung im Schultergelenk [9] | Invalidität |
|---|---|
| Einschränkung der Vorhebung bis 120° | 1/20 A |
| Einschränkung der Vorhebung bis 90° | 3/20 A |
| Einschränkung der Vorhebung bis 60° | 5/20 A |
| Einschränkung der Vorhebung bis 30° | 7/20 A |
| Aufhebung der Rückführfähigkeit mit Unmöglichkeit von Schürzen- und Gesäßgriff | 2/20 A |
| Persistierende Schultereckgelenkinstabilität Rockwood 2 oder höher, je nach individuellem Funktionsdefizit im Vergleich zu anderen Eckwerten von Schulterfunktionsbeeinträchtigungen | 1–2/20 A |
| Verformung/Subluxation im Schlüsselbein-/Brustbeingelenk mit klinischer Symptomatik | 1/20 A |
| Vollständiger Funktionsverlust der langen Bizepssehne mit Kraftminderung bei der Seitwärtshebung des Armes im Schultergelenk, bei der Beugung im Ellenbogengelenk und bei der Auswärtsdrehung des Unterarmes [10] | 1/20 A |
| Vollständiger Funktionsverlust der körperfernen Bizepssehne mit Einschränkung der Beugung im Ellenbogengelenk und der Unterarmdrehung [9] | 2/20 A |
| [9] Soll die Schulterrechtsprechung des BGH vom 01.04.2015 Anwendung finden, so ist die Invalidität außerhalb der Gliedertaxe zu bemessen (s. dazu Tab. 26.26). Die Instanzgerichte setzen die Rechtsprechung des BGH jedoch meist nicht um. | |
| [10] Der alleinige Defekt der Sehne rechtfertigt keine Invaliditätsbemessung, würde einer diagnosenassoziierten Invalidität entsprechen. Es ist also unbedingt darauf zu achten, dass die genannten Funktionsdefizite auch tatsächlich belegt sind. | |
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ZUM ZUGANGEllenbogengelenk bei freier Unterarmdrehung
| Funktionsbeeinträchtigung bei freier Unterarmdrehung | Invalidität |
|---|---|
| Beugung bis 120° | 1/20 A |
| Beugung über 120° und Streckdefizit von 20 bis 30° | 1/20 A |
| Beugung bis 120° und Streckdefizit von 20 bis 30° | 2/20 A |
| Beugung bis 90° | 4/20 A |
| Beugung bis 90° und Streckdefizit von 20 bis 30° | 5/20 A |
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ZUM ZUGANGSchulter außerhalb der Gliedertaxe
Die folgende Tabelle nennt unmittelbare Prozentwerte außerhalb der Gliedertaxe. Sie werden nicht mit dem Armwert multipliziert; die konkrete Anwendbarkeit ist gesondert zu klären.
| Schulterfunktionsbeeinträchtigung außerhalb der Gliedertaxe | Invalidität |
|---|---|
| Schultergelenksversteifung | 3 % |
| Einschränkung der Vorhebung bis 120° | 1 % |
| Einschränkung der Vorhebung bis 90° | 2 % |
| Einschränkung der Vorhebung bis 60° | 2 % |
| Einschränkung der Vorhebung bis 30° | 3 % |
| Persistierende Schultereckgelenkinstabilität Rockwood 2 oder höher, je nach individuellem Funktionsdefizit im Vergleich zu anderen Eckwerten von Schulterfunktionsbeeinträchtigungen | 2 % |
| Verformung/Subluxation im Schlüsselbein-/Brustbeingelenk mit klinischer Symptomatik | 3 % |
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Wie lese ich die Angaben?
In den Tabellen 26.10 und 26.11 steht A für den Armwert. Ein Bruchanteil wird mit dem vertraglichen Referenzwert verknüpft.
Was gilt außerhalb der Gliedertaxe?
Tabelle 26.26 enthält unmittelbare Prozentwerte. Sie werden nicht mit dem Armwert multipliziert; die Anwendbarkeit dieser Einordnung ist für den jeweiligen Fall zu klären.
Wo steht die Unterarmdrehung?
Die isolierte Einschränkung der Unterarmdrehung wird in Tabelle 26.12 nach Handwert behandelt. Sie steht auf „Hand – Funktion“.
Quelle und Einordnung
Quelle: Ärztliche Begutachtung, Kapitel 26.2, Tabelle 26.10, gedruckte Seiten 453–454 / PDF-Seiten 477–478, Stand 12/2025. Betroffene Funktionen sind unter anderem Vorhebung, Rückführung und die beschriebenen Sehnenfunktionen. Bezugsgröße A = Armwert.
Quelle: Tabelle 26.11, gedruckte Seiten 455–456 / PDF-Seiten 479–480. Die Tabelle unterscheidet Beugung und Streckdefizit bei freier Unterarmdrehung. Bezugsgröße A, vertraglicher Referenzwert im Beispiel 70 % wie oben. Die Tabelle hat keine eigenen Fußnotenziffern.
Quelle: Ärztliche Begutachtung, Kapitel 26.2.8 (Addendum), Tabelle 26.26, gedruckte Seiten 471–472 / PDF-Seiten 495–496, Stand 12/2025. Sieben Datenzeilen; keine eigenen nummerierten Fußnoten.
Die Erläuterungen zu den verlinkten Tabellenziffern stehen als eigene Zeilen am Ende der jeweiligen Tabelle. Weitere Hinweise und Beispiele finden Sie in den Fragen & Antworten.
Verwandte Inhalte
Was bedeutet 3/20 bei der Invaliditätsbemessung?
Bei der Invaliditätsbemessung in der privaten Unfallversicherung werden Funktionsbeeinträchtigungen von Gliedmaßen innerhalb der Gliedertaxe häufig als Bruchteile der vollständigen Funktion angegeben. 3/20 entsprechen drei Zwanzigsteln des vereinbarten Gliedmaßenwerts. Ist ein Arm in den Versicherungsbedingungen beispielsweise mit 70 Prozent der Versicherungssumme bewertet, ergeben 3/20 Arm einen Invaliditätsgrad von 10,5 Prozent.
Mehr Details und Beispiele finden Sie in unserem Glossar.
ZUM GLOSSARFragen & Antworten
Wie wird das Beispiel zur Schulterfunktion berechnet?
Für das Rechenbeispiel wird der im Buch wiedergegebene vertragliche Arm-Referenzwert von 70 % verwendet: AUB-Musterbedingungen Deutschland, Stand 2020, Druckseite 446 / PDF-Seite 470. Maßgeblich bleibt der konkrete Versicherungsvertrag.
| Rechenbeispiel |
|---|
| Rechenbeispiel: Vorhebung bis 120°, Bezugsgröße A, Referenzwert 70 %, Anteil 1/20. 70 % × 1/20 = 70 % × 0,05 = 3,5 %. |
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ZUM ZUGANGWie wird das Beispiel zur Ellenbogenfunktion berechnet?
| Rechenbeispiel |
|---|
| Rechenbeispiel: Beugung bis 90°, Bezugsgröße A, Anteil 4/20. 70 % × 4/20 = 70 % × 0,2 = 14 %. |
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ZUM ZUGANGWo finde ich die Tabelle zur Unterarmdrehung?
Tabelle 26.12 verwendet den Handwert H. Sie wird zentral auf der Handseite gepflegt, damit Korrekturen der Werte und Fußnoten konsistent bleiben. Quelle: Druckseiten 456–457 / PDF-Seiten 480–481.
Wie ist die Schulter außerhalb der Gliedertaxe einzuordnen?
Das Addendum der Buchquelle behandelt die Schulterfunktionsbeeinträchtigungen einschließlich Versteifung für eine Bemessung außerhalb der Gliedertaxe. Es knüpft diese Einordnung an die dort erläuterte Schulterrechtsprechung vom 01.04.2015. Die konkrete Anwendbarkeit muss für den jeweiligen Fall geklärt werden. Die Prozentwerte dieser Tabelle sind von den Armbruchteilen der Tabelle 26.10 zu unterscheiden.
| Ergänzende Erläuterungen |
|---|
| Die Angaben sind unmittelbare Invaliditätswerte in Prozent. Eine Multiplikation mit dem vertraglichen Armwert erfolgt hier nicht. |
| Lesebeispiel: Bei einer Einschränkung der Vorhebung bis 90° nennt Tabelle 26.26 einen Invaliditätswert von 2 %. Dieser Wert wird unmittelbar gelesen; er ist kein Anteil von 2/20 A. |
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ZUM ZUGANGWie kann ich die geschützten Inhalte ansehen?
Die erste Zeile jeder Fachwertetabelle ist frei sichtbar. Weitere Fachwerte sowie die geschützten Erläuterungen und Beispiele werden nach entsprechender Freischaltung zugänglich. Über „Zum Zugang“ neben der Tabelle gelangen Sie zu den Zugangsangeboten. Eine Anmeldung allein genügt dafür nicht.
NOCH ETWAS UNKLAR?
